Abendsichtbarkeit des Merkur

In den kommenden Wochen wird der sonnennächste Planet Merkur am Abendhimmel sichtbar sein. Nutzen Sie diese Chance, den „flinken“ Planeten einmal mit eigenen Augen zu sehen.

Merkur läuft auf seiner Bahn um die Sonne in ca. einem Drittel der mittleren Erd-Sonnen-Entfernung. In nur knapp 88 Tagen umrundet der Planet einmal unser Zentralgestirn. Von der Erde aus gesehen steht er daher immer nahe bei der Sonne am Himmel und kann nur in der Morgen- oder Abenddämmerung am Himmel erspäht werden. In den kommenden Tagen und Wochen haben Sie die Gelegenheit, Merkur gemeinsam mit Venus, Jupiter und dem Mond am Abendhimmel zu sehen.

Heute abend (20.2.) wird sich gegen 18.10 MEZ zum ersten Mal die Möglichkeit ergeben, Merkur tief im Westen am Horizont zu sehen. Nutzen Sie eine durch Jupiter und Venus gedachte und zum Horizont verlängerte Linie als Aufsuchhilfe; ein freier Horizont ist unerlässlich.

Merkur, Venus und Jupiter am Abend des 20.2.2012
Merkur, Venus und Jupiter am Abend des 20.2.2012 (Ansicht mit stellarium simuliert)

Viel Zeit haben Sie nicht: Gegen 18.40 MEZ geht der Merkur bereits wieder unter. Ein Fernglas kann bei der Beobachtung helfen; fokussieren Sie es zuvor an Jupiter oder Venus, bevor Sie nach Merkur suchen. Oberflächendetails können Sie mit einem Fernglas jedoch nicht erkennen.

In den weiteren Tagen dieser Woche wird Merkur zunehmend besser und länger sichtbar. Da die Dämmerung später einsetzt und Merkurs Helligkeit abnimmt, kann es notwendig sein, einige Minuten später mit der Beobachtung zu beginnen. Besonders einfach ist der Merkur am Donnerstag, den 23.2. zu finden. Dann steht der Mond zwischen Venus und Merkur und um 18.10 MEZ fast senkrecht über dem Merkur.

Merkur, Mond, Venus und Jupiter am 23.2.2012
Merkur, Mond, Venus und Jupiter am 23.2.2012 (Ansicht mit stellarium simuliert)

Sollten Sie den Merkur aufgespürt haben, versuchen Sie sich einmal vorzustellen, wie es auf der Oberfläche dieses Planeten zugeht: Die Bilder der aktuellen Merkur-Sonde MESSENGER vermitteln Ihnen einen Eindruck aus der Merkurumlaufbahn. Was die Bilder nicht zeigen, sind die extremen Temperaturschwankungen: Am Tage wird es auf der Merkuroberfläche bis zu 430 °C heiß, während es nachts bis auf -170 °C abkühlt. Dies ist eine Folge der großen Nähe zur Sonne und dem Fehlen einer dichten Atmosphäre, die nachts Wärme halten könnte.

Wer tägliche Informationen über die Sichtbarkeit des Merkur erhalten möchte, sollte uns auf twitter folgen. Dort gibt es für in den kommenden Tagen täglich Hinweise auf die aktuelle Merkursichtbarkeit. Alternativ können Sie sich den Anblick des Abendhimmels mit dem kostenlosen Planetariumsprogramm stellarium jederzeit für Ihren Standort realistisch darstellen lassen.

Autor: B. K.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wichtig! Beweise mit dem Lösen der folgenden einfachen Rechenaufgabe, dass Du ein Mensch bist :-)

Wieviel ist 10 + 11 ?
Folgende zwei Felder nicht verändern: