Abendsichtbarkeiten der ISS

In den kommenden Tagen ist die Internationale Raumstation (ISS) wieder sehr gut am Abendhimmel sichtbar. Klaren Himmel vorausgesetzt, kann sie schon mit bloßem Auge als sehr heller Stern, der schnell über den Himmel zieht, beobachtet werden.

Die etwa fußballfeldgroße Raumstation fliegt in ca. 380 km Höhe mit etwa 28.000 km/h um die Erde und umrundet unseren Planeten in nur knapp 90 Minuten. Deswegen zieht sie bis zu zweimal pro Abend als heller „Stern“ von West nach Ost in nur knapp fünf Minuten einmal über den Himmel. Sie ist schon mit bloßen Auge einfach zu sichten, wird sie doch fast so hell wie der zur Zeit ebenfalls am Abendhimmel sichtbare Planet Venus. Ohne optische Hilfsmittel ist aber nicht mehr als ein heller, sich schnell bewegender Lichtpunkt zu erkennen; mit Hilfe eines Teleskops oder stark vergrößernden Fernglases kann man erkennen, dass die ISS ausgedehnt ist und unter günstigen Umständen sind sogar Details (wie die Solarpaneele) beobachtbar. Von einem Flugzeug ist die Raumstation durch ihr konstantes ruhiges Licht zu unterscheiden: Flugzeuge blinken, Satelliten und die ISS im Allgemeinen nicht.

Eine Übersicht der von Hannover aus sichtbaren ISS-Überflüge erhalten Sie bei heavens-above.com unter diesem Link. In der dort verzeichneten Tabelle enthalten die Spalten das Datum des Überflugs, die astronomische Helligkeit, den Beginn der Sichtbarkeit (Zeit, Höhe über dem Horizont und Himmelsrichtung), den höchsten Punkt über dem Horizont (also den Zeitpunkt der besten Sichtbarkeit mit Zeit, Höhe über dem Horizont und Himmelsrichtung) und das Ende der jeweiligen Sichtbarkeit (Zeit, Höhe über dem Horizont und Himmelsrichtung). Wenn Sie auf das Datum der Sichtbarkeit klicken, bekommen Sie noch eine Detailübersicht zum dem ausgewählten Überflug inklusive einer Ganzhimmelskarte, die die scheinbare Bahn des ISS-Überflugs verzeichnet. Das Bild zeigt als Beispiel den Überflug vom 20.2. um 18.53 MEZ.

Beispielshimmelskarte für den Überflug der ISS am 20.2. um 18.53 MEZ aus Hannover gesehen (Quelle: heavens-above.com)

Die Bahn der ISS ist die einmal quer über den Himmel führende Linie mit dem roten Pfeil (Achtung: der rote Pfeil ist bei kürzeren Überflügen nicht verzeichnet.) Bei diesem konkreten Überflug zieht die ISS scheinbar nah an der Venus vorbei und bietet damit einen besonders schönen Anblick.

Auf der Detailseite können Sie oben auch noch einen „ground track“, also die auf den Erdboden projizierte Bahn der ISS abrufen, um zu sehen wie weit nördlich oder südlich ihres Standortes die ISS vorbeifliegt. Hier im Beispiel wieder für den Überflug vom 20.2.

"Ground Track", d.h. auf die Erdkugel projizierte Bahn der ISS für den Überflug vom 20.2. (Quelle: heavens-above.com)

Übrigens: Sie können natürlich auch einen von Hannover abweichenden Standort angeben, wenn Sie es ganz genau haben wollen oder weit von Hannover entfernt wohnen. Wählen Sie dazu einfach hier einen anderen Ort auf einer Karte aus, klicken unten auf „submit“ und wählen auf der nächsten Seite wieder die ISS aus – oder auch jeden anderen Satelliten, der Sie interessiert.

Eine andere Alternative zur Berechnung der ISS-Sichtbarkeiten ist CalSky, das auch auf deutsch verfügbar ist.

Außerdem bieten wir über unseren Twitterfeed kurzfristige Benachrichtigungen zu allen Sichtbarkeiten der ISS an. Folgen Sie uns einfach und erhalten Sie fünf Minuten vor Beginn der Sichtbarkeit eine kurze Vorwarnung.

Unser Monatsvortrag im April diesen Jahres beschäftigt sich ebenfalls mit der ISS. Besuchen sie uns am 12.4., wenn Sie mehr zur Raumstation erfahren wollen.

Wir wünschen viel Erfolg bei der eigenen ISS-Beobachtung in den kommenden Wochen!

Autor: B.K.

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