Leuchtende Nachtwolken

Es ist wieder einmal Zeit: Leuchtende Nachtwolken zeigen sich derzeit am nächtlichen Himmel und ziehen mit ihrer ungewöhnlichen Gestalt die Blicke der Sternfreunde auf sich. In der Nacht vom 26. auf den 27. Juni lieferte der Himmel eine besonders sehenswerte Schau ab und auch in den kommenden Wochen besteht bei gutem Wetter die Chance auf weitere Sichtungen.

Leuchtende Nachtwolken am 26. Juni 2012 um 23:07 Uhr MESZ (Bild: B. Knispel)

Leuchtende Nachtwolken bilden sich in den Sommermonaten in 82 bis 85 Kilometer Höhe in der dort extrem dünnen Erdatmosphäre nahe der Grenze zum erdnahen Weltraum: Sternschnuppen glühen in etwa der gleichen Höhe über dem Erdboden auf! Die Temperatur in der so genannten Mesosphäre kann auf bis zu -140 Grad Celsius sinken und nur bei derart niedrigen Temperaturen können sich die Leuchtenden Nachtwolken aus winzigen Eiskristallen bilden. In der großen Höhe beträgt der Wassergehalt und die Dichte der Luft nur einen winzigen Bruchteil der Luft nahe am Erdboden oder in der normalen Wolkenhöhe von rund 10 Kilometern.

Leuchtende Nachtwolken am 26. Juni 2012 um 23:07 Uhr MESZ
Panorama der Leuchtenden Nachtwolken um 23:07 Uhr MESZ (Bild: B. Knispel)

Durch ihre enorme Höhe über dem Erdboden sind die Nachtwolken auch noch spät am Abend und in der Nacht, lange nach Sonnenuntergang, von der Sonne angestrahlt. Sie scheinen dann in einem perlmuttfarbenen, bläulichen Licht, dass in diesem Video erkennbar ist. Die genaue Entstehung der Leuchtenden Nachtwolken ist noch nicht vollständig verstanden. Klar ist, dass es in der dünnen Atmosphäre Kondensationskeime für die Kristallisation des Wassers geben muss, doch deren Ursprung bleibt derzeit rätselhaft.

Panorama der Leuchtende Nachtwolken um 23:08 Uhr MESZ
Panorama der Leuchtenden Nachtwolken um 23:08 Uhr MESZ (Bild: B. Knispel)

Die Leuchtenden Nachtwolken sind am besten sichtbar, wenn sich die Sonne zwischen 6 und 16 Grad unter dem Horizont befindet. Sie können dann am Abend- und am Morgenhimmel erspäht werden, in einigen Fällen sogar die gesamte Nacht hindurch. Beobachten Sie den Abendhimmel in den kommenden Wochen ab etwa 22:30 Uhr MESZ also besonders aufmerksam. Wer kurzfristige Warnungen und Infos schätzt, bekommt diese über unseren Twitteraccount.

Wer die Leuchtenden Nachtwolken über den Verlauf einiger Minuten beobachtet wird schnell feststellen, wie fix sich diese in der Atmosphäre verändern und herumwandern. Häufig lassen sich ortsfeste Wellen oder Bänder sichten, um welche die Wolken zu wogen scheinen. Mit einer Zeitrafferaufnahme wie der folgenden lässt sich dies auch im Nachhinein schön zeigen.

Außerdem haben wir ein zweites Video erstellt, das den horizontnahen Ausschnitt der Leuchtenden Nachtwolken der letzten Nacht vergrößert zeigt. Schön lassen sich auch hier die beschriebenen Wellen und Bänder erkennen. Eine Beschreibung zu den Aufnahmetechniken findet sich auf vimeo direkt bei den Videos.

Viel Spaß und Erfolg bei der eigenen Beobachtung der Nachtwolken in den kommenden Wochen wünscht das Team der Volkssternwarte Hannover.

Autor: B. Knispel

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