Was vom Polarlicht blieb…

Wie auch bei uns auf der Homepage angekündigt, gab es in der Nacht vom 12. auf den 13. September die Chance Polarlicht auch in Deutschland zu sehen. Wer unserem Twitteraccount folgt, weiß, dass es zwar Polarlicht gab, dieses aber deutlich schwächer als erwartet ausblieb. Dennoch gelangen ein paar Aufnahmen nahe Hannover, die wir hier vorstellen möchten. Wir werden außerdem einen Blick auf die Gründe hinter dem Ausbleiben eines großartigen Polarlichts werfen.

Fotografisches Polarlicht am 11. September 2014 um 23:04 Uhr MESZ. (Bild: B. Knispel)
Fotografisches Polarlicht am 12. September 2014 um 23:04 Uhr MESZ. (Bild: B. Knispel)

Der koronale Materieauswurf des X1,6-Flares vom Mittwochabend erreichte die Erde um 17:30 Uhr MESZ am Freitagabend. Die ersten Messwerte sahen sehr günstig aus und sprachen dafür, dass es eine schöne Polarlichtshow im Verlaufe der Nacht geben könnte. Um den Wolken zu entgehen, die über Hannover lagen, suchte der Autor einen halbwegs dunklen Beobachtungsplatz nordwestlich von Hannover auf (zwischen Hellwege und Ahausen nördlich eines kleinen Waldstücks an der K205).

Der Mond störte die Beobachtungen mit seinem Licht, aber dennoch gelang es ab kurz nach 23 Uhr MESZ fotografisch rote Polarlichtstrahlen nach Norden unterhalb des Sternbilds Großer Bär nachzuweisen. Mit bloßem Auge ließ sich die Erscheinung nicht wahrnehmen, weil sie dafür zu lichtschwach war.

Fotografisches Polarlicht am 11. September 2014 um 23:08 Uhr MESZ. (Bild: B. Knispel)
Fotografisches Polarlicht am 12. September 2014 um 23:08 Uhr MESZ. (Bild: B. Knispel)

Der kurze nur wenige Minuten dauernde Ausbruch nach 23 Uhr fiel mit einer Phase zusammen, in der das eigene Magnetfeld der ankommenden Materiewolke dem der Erde entgegengesetzt war. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen von Polarlichtern, denn nur so können die geladenen Teilchen in die Erdatmosphäre eindringen und diese zum Leuchten bringen.

Etwa 40 Minuten später kam es zu einem erneuten kurzen Aufflackern des Polarlichts, wieder in Verbindung mit einer passenden Ausrichtung des Magnetfelds des koronalen Materieauswurfs, der jedoch wieder nur einige Minuten andauerte.

Fotografisches Polarlicht am 11. September 2014 um 23:40 Uhr MESZ. (Bild: B. Knispel)
Fotografisches Polarlicht am 12. September 2014 um 23:40 Uhr MESZ. (Bild: B. Knispel)
Fotografisches Polarlicht am 11. September 2014 um 23:45 Uhr MESZ. (Bild: B. Knispel)
Fotografisches Polarlicht am 12. September 2014 um 23:45 Uhr MESZ. (Bild: B. Knispel)

Leider kippte gegen Mitternacht das Magnetfeld komplett in die für die Entstehung von Polarlicht falsche Richtung, so dass das Polarlicht zunehmend diffus wurde und die Chance auf weitere Ausbrüche praktisch gegen Null tendierte. Diese ungünstige Ausrichtung hält bis heute an, so dass auch in der folgenden Nacht von Samstag auf Sonntag keinerlei Chance auf besonderes Polarlicht bestand.

Autor: B. Knispel

Ein Gedanke zu „Was vom Polarlicht blieb…

  1. Eine überzeugende Analyse der europäischen Situation am 12./13. September, aber … als es im Nordosten der USA dunkelte, da war es gegen 3 Uhr MESZ und das Feld schon lange stabil in Nordausrichtung, gab es in Neuengland ziemlich beeindruckende Polarlichter zu sehen. Natürlich ragt das Oval dort zu viel tieferen geografischen Breiten herunter, aber zumindest in Maine, New Hampshire und Co. hatten sie nicht den Eindruck, dass die Aurora in dieser Nacht nicht „funktioniert“ hätte. Wie kommt’s?

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