Ein Komet am Nachthimmel

In den kommenden Wochen wird der bislang nur am Südhimmel sichtbare Komet C/2014 Q2 Lovejoy eine ideale Beobachtungsposition auch am deutschen Nachthimmel einnehmen. Sollte sich seine Helligkeit weiterhin so gut entwickeln wie in den letzten Wochen, so sollte er sich bereits mit bloßem Auge – sicher jedoch mit einem kleinen Fernglas – als nebliger Fleck erkennen lassen.

Am 30.12. steht der Komet C/2014 Q2 Lovejoy südlich des Sternbilds Orion und sollte sich mit Ferngläsern und unter dunklem Himmel sogar mit bloßem Auge beobachten lassen.

Am 30.12. steht der Komet C/2014 Q2 Lovejoy südlich des Sternbilds Orion und sollte sich mit Ferngläsern und unter dunklem Himmel sogar mit bloßem Auge beobachten lassen.

Den Komet entdeckte der australische Amateurastronom Terry Lovejoy am 17. August 2014 – es war bereits seine fünfte Kometenentdeckung. Seitdem ließ er sich nur am Himmel der südlichen Erdhalbkugel beobachten, doch in diesen Tag wird Komet Lovejoy seinen Weg an unseren Nachthimmel finden und sich dort für einige Wochen hervorragend beobachten lassen. Selbstverständlich wird der Komet bei gutem Wetter auch bei unseren öffentlichen Beobachtungsabenden am Donnerstag zwischen 20 und 22 Uhr beobachtet.

Ab dem heutigen Tag lässt sich der Komet theoretisch auch aus Deutschland beobachten, dann allerdings nur sehr niedrig am südlichen Horizont. Dieses Kunststück wird wohl nur erfahrenen Beobachtern unter dunklem Himmel mit freier Horizontsicht gelingen. Doch Komet Lovejoy bewegt sich dann schnell nach Norden und sollte ab Weihnachten und „zwischen den Jahren“ bei klarem Himmel gut zu beobachten sein.

Wann ist der Komet zu sehen?

Ab dem 28. Dezember wird dann leider der Mond die Beobachtung des Kometen stören. Die Aufhellung des Nachthimmels durch das Mondlicht kann die Wahrnehmbarkeit der schwachen Kometenkoma und eines eventuellen Schweifs beeinträchtigen. Am 5. Januar ist schließlich Vollmond. Danach zieht sich der Mond dann langsam wieder vom Abendhimmel zurück und der Komet wird sich wieder besser beobachten lassen.

Am 7. Januar steht Komet C/2014 Q2 Lovejoy in Erdnähe, ist aber immer noch rund 70 Millionen Kilometer von uns entfernt. Seine maximale Helligkeit wird er voraussichtlich in den Tagen danach erreichen. Sie könnte bei vierter Größenklasse liegen – damit sollte der Komet dann sogar aus der Stadt heraus als Nebelfleck mit bloßen Augen sichtbar sein. Ein Fernglas sollte die Beobachtung noch einmal deutlich erleichtern.

Den gesamten Januar sollte der Komet sich dann sehr gut beobachten lassen und weiterhin größere Höhen über dem Horizont erreichen. Ab dem 23. Januar fängt erneut der Mond an, die Beobachtungen zu stören. Am 30. erreicht der Komet sein Perihel (also den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn), doch seine Helligkeit beginnt bereits vorher wieder abzunehmen, entfernt er sich doch wieder von der Erde.

Tipps für Ihre Beobachtung

Damit ihre eigenen Beobachtungen möglichst erfolgreich sind, sollten Sie sich an die folgenden Regeln halten: Suchen Sie einen möglichst dunklen Standort ohne störende Lichtquellen, idealerweise außerhalb von Städten und anderen Orten auf. Geben Sie Ihren Augen ausreichend Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen (rund 15 Minuten); stören Sie diese Anpassungsphase in keinem Fall durch den Blick aufs Smartphone oder in das Licht der Taschenlampe. Rotes Licht kann verwendet werden, es stört die Dunkeladaption nicht.

Aufsuchkarten

Unsere Aufsuchkarten in der angehängten Galerie zeigen die Position des Kometen jeweils um Mitternacht des betreffenden Tages, das genaue Datum sowie einige Daten zur Sichtbarkeit des Kometen (Aufgang, Untergang, Kulmination) sind ebenfalls in die Bilder eingebettet. Alle Bilder wurden mit Hilfe der kostenlosen Planetariumssoftware Stellarium erstellt. Mit Rechtsklick die oben groß dargestellte Abbildung können Sie die Aufsuchkarte in der vollen Auflösung darstellen und für die eigene Verwendung speichern.

Weitere detaillierte Beschreibungen der Sichtbarkeit des Kometen mit weiteren Aufsuchkarten gibt es beispielsweise bei „Sterne und Weltraum“, „Bonner Sterne“ und bei „Astronews“.

Autor: B. Knispel

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