Monatssternenhimmel

Im Sternschnuppenmonat verglühen viele Perseiden

Der Sternenhimmel im August/Der Rote Planet leuchtet imposant hell/Mondsichel über Venus

Der August beschert uns oft noch heiße Tage, und dann spricht man gern von den „Hundstagen“. Schon im antiken Rom nannte man die Tage vom 23. Juli bis zum 23. August „dies caniculares“, also Hundstage. Diese Bezeichnung geht auf das Sternbild Großer Hund zurück. Dessen Hauptstern Sirius tauchte in der Zeit der Antike Ende Juli erstmals wieder in der Morgendämmerung auf und wurde damals in Zusammenhang mit der sommerlichen Hitze gebracht. Aufgrund einer langsamen Veränderung des Sternenhimmels, die man Präzession nennt, wird Sirius allerdings heutzutage erst Anfang September wieder am Morgenhimmel sichtbar, wenn es bei uns kaum noch zu „Hundstagen“ kommt.

Die Sonne wandert im Monatsverlauf vom Krebs in den Löwen und verliert dabei weiter an Höhe. Der sinkende Sonnenstand macht sich spätestens ab der Monatsmitte auch im Alltag deutlich bemerkbar. Die Tage werden wieder kürzer, und darüber dürften sich besonders die Sternfreunde freuen. Denn während sie zum Monatsanfang noch bis gegen Mitternacht warten müssen, ehe die letzten Dämmerungsreste vom Himmel verschwunden sind, tritt diese „astronomische“ Dunkelheit in den letzten Monatstagen bereits um 22.20 Uhr ein.

Der Mond beginnt den August in abnehmender Phase und erreicht am 4. im Walfisch das Letzte Viertel. Am 11. zieht er als Neumond zusammen mit der Sonne über den Taghimmel und bleibt dabei natürlich unsichtbar. In den Vormittagsstunden dieses Tages kommt es für Standorte in Deutschland „fast“ zu einer Sonnenfinsternis, aber der Mond zieht leider ganz knapp an der Sonne vorbei. Von nördlicher gelegenen Gebieten aus, etwa in Skandinavien oder Island, ergibt sich dagegen ein etwas anderer Blickwinkel auf Sonne und Mond, und dort lässt sich an diesem Tag tatsächlich eine partielle (teilweise) Verfinsterung der Sonne beobachten.

Bald nach Neumond erscheint die schmale Sichel des jungen Mondes wieder in der Abenddämmerung. Dabei ist sie am 14. über dem Abendstern Venus zu sehen, ein hübscher Himmelsanblick, nach dem man aber nicht zu spät Ausschau halten darf, denn die Venus geht an diesem Abend bereits kurz vor 22 Uhr unter. Am 17., einen Tag vor dem Ersten Viertel, begegnet der Mond dem hellen Planeten Jupiter und ist am Abend des 21. links neben dem Ringplaneten Saturn zu sehen. In der Nacht vom 23. zum 24. steht der nun schon recht rundlich gewordene Mond in einigem Abstand über dem hellen Planeten Mars und zieht gemeinsam mit ihm über den Nachthimmel. Am 26. wird Vollmond erreicht. Dabei kommt es, anders als im Vormonat, diesmal nicht zu einer Mondfinsternis, denn unser Trabant zieht knapp am Schattenkegel der Erde vorbei.

Während sich die Venus im August nur noch kurz in der Abenddämmerung zeigt, Merkur nur am Monatsende in der Morgendämmerung sichtbar wird und auch Jupiter nur noch in den Abendstunden zu sehen ist (sein Untergang verfrüht sich im Monatsverlauf von Mitternacht auf kurz nach 22 Uhr), stehen Mars und Saturn die ganze Nacht über am Himmel. Mars, der Rote Planet, stand im Vormonat in Opposition zur Sonne und strahlt auch im August noch imposant hell. Schon in der Dämmerung wird er recht niedrig im Südosten als ein kupferrötlich getöntes Gestirn sichtbar und entwickelt sich mit zunehmender Dunkelheit zum hellsten Objekt des Nachthimmels.

Mars umläuft die Sonne etwas außerhalb der Erdbahn und braucht für einen Umlauf um das Zentralgestirn 687 Tage. Mit seinem Durchmesser von rund 6800 Kilometern ist er nach Merkur der zweitkleinste Planet im Sonnensystem und nur etwa halb so groß wie unsere Erde. Er zählt zu den Gesteinsplaneten. Auf seiner Oberfläche finden sich wüstenartige Gebiete, Krater, tiefe Schluchten und riesige Vulkane. Milliarden Jahre alte, inzwischen längst ausgetrocknete Stromtäler zeugen davon, dass es in der Frühzeit des Mars fließendes Wasser und wohl auch Ozeane gegeben hat. Heute gibt es Wasser dort nur noch gefroren als Eis an den Polen und tief im Marsboden. Warum sich auf dem frühen Mars offenbar eine Klimakatastrophe ereignet hat, ist Gegenstand aktueller Forschung.

Die meisten Erkenntnisse über den Mars verdanken wir Raumsonden, die ab den 1960er Jahren zu unserem Planetennachbarn entsandt wurden. Im Jahr 1975 konnte die NASA mit Viking 1 und 2 erstmals Lander auf dem Roten Planeten absetzen. Zur Zeit erforschen 6 Marssonden in der Umlaufbahn und zwei auf der Oberfläche abgesetzte Mars Rover diesen Planeten. Leider ist die spannende Frage, ob sich auf dem Mars früher einmal primitives Leben entwickelt hat oder sogar heute noch existiert, immer noch offen.

Wer an Augustabenden gegen 23 Uhr nach den Sternbildern Ausschau hält, findet den Großen Wagen mäßig hoch im Nordwesten. Links daneben steht der Bootes mit dem gelblich leuchtenden Stern Arktur. Hoch im Süden zeigt sich das Sommerdreieck aus den hellen Sternen Wega, Deneb und Atair, und weit darunter sind horizontnah die Sterne des Schützen zu sehen. Im Nordosten steigen die Cassiopeia und der Perseus empor.

Der August ist als der Sternschnuppenmonat des Jahres bekannt. Und wer sich etwas Zeit nimmt, kann sicher auch einige Sternschnuppen am Himmel verglühen sehen. Besonders in den Nächten vom 11. bis 14. ist mit den sogenannten Perseiden einer der stärksten Meteorströme des Jahres tätig. Der Name dieser Sternschnuppen geht auf ihren Ausstrahlungspunkt (Radianten) zurück, der im Sternbild Perseus liegt. Die Meteore können jedoch überall am Himmel aufleuchten, aber wenn man ihre Flugbahn in Gedanken nach rückwärts verlängert, kommt man immer zum Sternbild Perseus. Die Staubteilchen, die hier in 80-100 Kilometern Höhe verglühen, wurden ursprünglich vom Kometen Swift-Tuttle auf seiner Bahn verstreut. Immer im August fliegt die Erde durch diese Staubspur. Dabei prallen die Teilchen mit der enormen Geschwindigkeit von 59 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre und regen die umgebenden Luftmoleküle zum Leuchten an. Es ist dieser leuchtende Luftschlauch, den wir als Sternschnuppe am Himmel beobachten.

 

 

Der Sternenhimmel über Hannover am 15.08.18 um 0.00 Uhr MESZ.
Der Sternenhimmel über Hannover am 15.08.18 um 0.00 Uhr MESZ.

Autor: Volker Kasten