Monatssternenhimmel

Der Sternenhimmel im August

Dies ist die ausführliche Übersicht für alle astronomischen Ereignisse in diesem Monat. Für die Eiligen haben wir noch das Astro-Stenogramm.

Ein Monat mit vielen Sternschnuppen

Der Sternenhimmel im August/Zwei Finsternisse/Der Mond wandert durch die Hyaden

Wenn der August beginnt, liegt der Sommeranfang mit der Sonnenwende schon einige Wochen zurück. Die Sonne hat sich längst auf den Abstieg im Tierkreis gemacht und wandert im August vom Sternbild Krebs in den Löwen. Dabei gehen ihre mittäglichen Höhen im Monatsverlauf um rund zehn Grad zurück, und auch die Dauer der hellen Tagstunden verkürzt sich um knapp zwei Stunden.

Der Mond zeigt sich in den ersten Augusttagen in zunehmender Phase am Abendhimmel. Dabei findet man ihn am Abend des 2. rechts von Saturn und einen Abend darauf linker Hand vom Ringplaneten. Vollmond tritt am 7. im Sternbild Steinbock ein, und in den Abendstunden dieses Tages kommt es zu einer partiellen Mondfinsternis, bei der unser Trabant also nur teilweise in den Kernschatten der Erde eintritt.

Allerdings gestaltet sich die Beobachtung dieser Finsternis zumindest in unserer Gegend recht problematisch, denn wenn der Mond um 19.22 Uhr den Kernschatten erreicht, steht er bei uns noch unbeobachtbar unter dem Horizont. Aus dem gleichen Grund entgeht uns auch der Höhepunkt der Verfinsterung um 20.21 Uhr. Der Mond kommt im hannoverschen Raum erst um 20.51 Uhr über den Osthorizont und zeigt dann nur noch einen kleinen „Ausbiss“ rechts unten auf der Mondscheibe. Bereits um 21.19 Uhr ist auch der letzte Rest des Kernschattens von der Mondscheibe verschwunden, so dass kaum eine halbe Stunde bleibt, um die Finsternis zu beobachten. Zudem fällt diese letzte Phase der Finsternis etwa in die Zeit des Sonnenuntergangs (um 21.03 Uhr), so dass sich der horizontnahe Mond nur schwer gegen den taghellen Himmelshintergrund durchsetzen kann. Der Einsatz eines Fernglases könnte aber beim Auffinden des verfinsterten Mondes helfen. Etwas günstiger liegen die Verhältnisse für weiter östlich gelegene Orte. So geht der Mond zum Beispiel in Dresden schon um 20.31 Uhr auf, und im Wiener Raum bereits gegen 20.12 Uhr, also noch vor der Finsternismitte.

Mit dem Letzten Viertel am 15. im Sternbild Stier zieht sich der Mond an den Morgenhimmel zurück. Dabei kommt es in den Morgenstunden des 16. zu einem spannenden Ereignis: Der Mond wandert durch den Sternhaufen der Hyaden und bedeckt dabei einige der Haufensterne. Die hellsten mit der Bezeichnung theta 1 und theta 2 Tauri werden kurz nach 4.50 Uhr vom linken, hellen Mondrand erfasst und verschwinden dann schlagartig hinter dem Mond. Mit einem Fernglas lässt sich dieses Schauspiel gut verfolgen. Wenn die Sterne eine Stunde später wieder am rechten Mondrand auftauchen, ist die Morgendämmerung allerdings schon so hell geworden, dass man den Austritt nicht mehr beobachten kann.

Eine hübsche Himmelsszenerie bietet sich Frühaufstehern am Morgen des 19., wenn die schmale Sichel des abnehmenden Mondes unterhalb der hell strahlenden Venus steht. Diese auffällige Begegnung lässt sich ab 4 Uhr bis in die helle Morgendämmerung hinein über dem Osthorizont beobachten.

Neumond wird am 21. im Sternbild des Löwen erreicht. Und an diesem Tag ist der Mond zum zweiten Mal in diesem Monat Hauptakteur bei einer Finsternis: Er zieht über die Sonne, so dass es zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Leider entgeht uns in Europa aber die totale und damit schönste Phase dieser Finsternis, bei der die Sonne für einige Minuten völlig von der schwarzen Mondscheibe bedeckt wird und nur von der schimmernden Korona umgeben ist. Der etwa 100 Kilometer breite „Totalitässtreifen“ erstreckt sich nämlich vom Pazifik ostwärts quer über die Vereinigten Staaten (wo sich Sternfreunde und Tourismusbranche schon seit Monaten auf diese „amerikanische Finsternis“ vorbereitet haben) und endet an einer Stelle im Atlantik. Um diesen Totalitätsstreifen herum liegt ein viel größeres Gebiet, das ganz Nordamerika und den Nordatlantik umfasst, in dem man wenigstens noch eine partielle Verfinsterung der Sonne beobachten kann. Ein kleiner, restlicher Ausbiss ist kurz vor Sonnenuntergang auch in England, Teilen von Frankreich, Spanien und Portugal sichtbar.

Nach Neumond taucht die junge Mondsichel erstmals am 23. wieder für kurze Zeit in der Abenddämmerung auf und ist dann bis zum Monatsende am Abendhimmel zu sehen. Dabei steht sie am 25. über Jupiter, erreicht am 29. das Erste Viertel und begegnet am 30. dem Saturn. Während Jupiter im August nur noch kurz in der Abenddämmerung sichtbar ist, steht Saturn bis nach Mitternacht am Himmel. Sein Untergang erfolgt zur Monatsmitte gegen 1 Uhr morgens. Die Venus bleibt strahlender Morgenstern und geht zur Monatsmitte um 3 Uhr im Osten auf.

Wer gegen 23 Uhr zum Sternenhimmel blickt, wird vielleicht als erstes nach dem Großen Wagen suchen. Dieses bekannteste aller Sternbilder findet man jetzt am Nordwesthimmel. Hoch im Süden steht das Sommerdreieck mit den auffallend hellen Ecksternen Wega (im kleinen Sternbild Leier), Deneb (im Schwan) und Atair (im Adler). Weit unterhalb vom Adler und dicht über dem Südhorizont sind bei klarer Horizontsicht einige Sterne des Schützen zu erkennen. Im Nordosten steigen Perseus und Cassiopeia höher.

Nach dem Perseus ist auch der Sternschnuppenstrom der Perseiden benannt, denn in diesem Sternbild liegt ihr Ausstrahlungspunkt (Radiant), von dem sie wegzufliegen scheinen. Sie können aber überall am Himmel auftauchen. Die Perseiden zählen zu den stärksten Meteorströmen und machen den August zum Sternschnuppenmonat des Jahres. Wer sich in warmen Augustnächten nachts noch im Freien aufhält, wird sicher einmal eine Perseide verglühen sehen. Die meisten dieser Meteore, wie Sternschnuppen auch genannt werden, sind in der Nacht vom 12. zum 13. August zu erwarten, in geringerer Zahl auch schon ein paar Tage vorher. Allerdings stört der Mond in diesem Jahr etwas die Beobachtung. In der Maximumsnacht geht er gegen 23 Uhr auf und wird mit seiner Helligkeit die schwächeren Perseiden überstrahlen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, nach den helleren und teils spektakulären Exemplaren Ausschau zu halten, die gelegentlich sogar eine Rauchspur hinterlassen.

 

Der Sternenhimmel über Hannover am 15.08.17 um 0.00 Uhr MESZ.
Der Sternenhimmel über Hannover am 15.08.17 um 0.00 Uhr MESZ.

Autor: Volker Kasten