Drei Planeten zeigen sich in der Abenddämmerung
Der Sternenhimmel im Februar/Der sonnennahe Merkur besitzt einen Schweif/Um den hell funkelnden Sirius kreist ein Weißer Zwerg
Im Februar setzt die Sonne ihren Aufstieg im Tierkreis fort. Sie wandert zunächst durch das Sternbild Steinbock und erreicht am 16. das nächste Tierkreissternbild, den Wassermann. Dabei gewinnt sie zunehmend an Höhe, so dass unser Tagesgestirn zum Monatsende schon fast zwei Stunden länger am Himmel steht als noch Anfang Februar. Sternfreunde können aber immer noch viele Nachtstunden zur Beobachtung des Sternenhimmels nutzen, denn zum Monatsanfang wird es bereits gegen 19 Uhr am Himmel astronomisch dunkel, Ende Februar gegen 20 Uhr.
Der Mond beginnt den Februar gleich am 1. mit Vollmond. Er steht dabei im unscheinbaren Sternbild Krebs, also in den hohen Teilen des Tierkreises, und zieht deshalb einen weiten Bogen durch die Vollmondnacht. In den Morgenstunden des 7. ist der inzwischen abnehmende Mond dicht bei Spica, dem Hauptstern der Jungfrau zu sehen. Zwei Tage später ist das Letzte Viertel erreicht, und danach zeigt sich unser Trabant nur noch am Morgenhimmel, wo seine Sichel am 11. dicht bei Antares, dem rötlichen Hauptstern des Skorpion, zu sehen ist.
Am 17. wandert der Mond als Neumond gemeinsam mit der Sonne über den Taghimmel. Aber bereits am frühen Abend des 18. lässt sich die haarfeine Sichel des jungen Mondes wieder für kurze Zeit tief im Westen erspähen. An diesem Abend kann der Mond als Wegweiser zum selten sichtbaren Planeten Merkur dienen, der etwas oberhalb der Mondsichel steht. Gegen 18.30 Uhr ist eine günstige Zeit, um nach beiden Gestirnen Ausschau zu halten. Eine halbe Stunde später sinkt der Mond an diesem Abend aber bereits unter den Horizont.
Merkur, der kleinste und sonnennächste Planet, entfernt sich jeweils nur an wenigen Wochen im Jahr am Himmel gesehen weit genug von der Sonne, um in der Abend- oder Morgendämmerung sichtbar zu werden. Jetzt im Februar ergibt sich eine günstige Abendsichtbarkeit, etwa in der Zeit vom 8. bis 24.. Erst im Jahr 2001 entdeckte man, dass Merkur einen über zwei Millionen Kilometer langen Schweif besitzt. Der ist allerdings nicht mit bloßen Augen zu sehen, sondern nur fotografisch und mit speziellen Filtern abzulichten. Er besteht aus Natriumatomen, die von Merkurs Oberfläche stammen und dann durch die Sonnenstrahlung fortgeweht und zu einem gelblichen Leuchten angeregt werden. Auf entsprechenden Fotos, die auch im Internet zu finden sind (googeln!), erinnert Merkur dann tatsächlich an einen beschweiften Kometen.
Wenn die Dämmerung genügend fortgeschritten ist, wird links oberhalb von Merkur auch der Ringplanet Saturn sichtbar. Am 19. gesellt sich die zunehmende Mondsichel zu ihm. Und schließlich taucht in der letzten Februardekade horizontnah unterhalb von Merkur auch noch die Venus auf. Sie beginnt eine neue Sichtbarkeitsperiode und wird sich zu einem strahlenden Abendstern entwickeln. So ist also in den letzten Monatstagen ein interessantes Planetentrio in der Abenddämmerung zu beobachten. Auf seiner weiteren Wanderung durch den Tierkreis begegnet der Mond am 23., einen Tag vor dem Ersten Viertel, dem Sternhaufen der Plejaden. Und schließlich bietet sich in der Nacht vom 27./28 ein hübscher Himmelsanblick, wenn sich der inzwischen schon recht rundlich gewordene Mond in der Nähe des hellstrahlenden Jupiters und der Zwillingssterne Kastor und Pollux aufhält.
Wer gegen 22 Uhr nach den Sternbildern Ausschau hält, findet den Großen Wagen hoch am Nordosthimmel. Rechts neben ihm ist mit dem Löwen bereits ein Vorbote des Frühlings zu sehen. Aber noch beherrschen die Wintersternbilder rings um den Orion die abendliche Szenerie, auch wenn sie teilweise schon nach Südwesten abgerückt sind. Von allen Sternbildern besitzt der Orion die meisten hellen Sterne, und es braucht nur wenig Phantasie, um in seinen Konturen die zwei Schultersterne, drei Gürtrtelsterne und zwei Fußsterne des berühmten Jägers Orion aus der griechischen Mythologie zu erkennen. Nach rechts schließt sich das Sternbild Stier an. Sein Hauptstern ist der helle Aldebaran, das „blutrote Auge“ des Stiers. Und es enthält mit den Hyaden (dicht bei Aldebaran) und den Plejaden zwei bekannte Sternhaufen.
Am Himmel gesehen, überdecken die Plejaden grade einmal eine Daumenbreite, wenn man den Arm zum Himmel ausstreckt. Wieviele ihrer Sternchen zu erkennen sind, hängt von der eigenen Sehschärfe und der Dunkelheit des Nachthimmels ab. Auf jeden Fall bieten die Plejaden mit ihren vielen bläulich strahlenden Sternen im Fernglas einen faszinierenden Anblick. Man schätzt, dass insgesamt über 400 Sterne zu diesem Sternhaufen gehören. Sie sind rund 440 Lichtjahre von uns entfernt und bildeten sich vor etwa 125 Millionen Jahren gemeinsam aus einer großen interstellaren Wolke aus Gas und Staub. Neue Forschungen deuten darauf hin, dass die Plejaden nur der zentrale Teil von weit über den Himmel verstreuten sogenannten Stern-Assoziationen sein könnten.
Linkerhand des Orion folgen dem Himmelsjäger seine beiden Hunde in Gestalt der Sternbilder Großer und Kleiner Hund. Der recht horizontnah stehende Große Hund enthält mit dem funkelnden Sirius den hellsten Fixstern des gesamten Himmels. Mit seiner Entfernung von nur 8,6 Lichtjahren ist Sirius nach dem auf unseren Breiten nicht sichtbaren Alpha Centauri System der uns am nächsten stehende Stern, der mit bloßen Augen sichtbar ist. Und er wird umkreist von einem allerdings schwer zu beobachtenden Begleiter, Sirius B genannt. Dies ist ein sogenannter Weißer Zwerg. So bezeichnen Astronomen die ausglühenden Kerne, die von vielen Sternen am Ende ihres Lebens übrig bleiben. Diese Sternenreste sind kaum so groß wie unsere Erde, haben aber die Masse unserer Sonne. Ihre Materie muss also extrem dicht gepackt sein. So würde ein Kubikzentimeter des Siriusbegleiters auf der Erde über eine Million Tonnen wiegen! Sirius ist zwar der hellste aller Fixsterne, aber das hellste Gestirn am Februarhimmel ist dennoch nicht. Das steht nämlich hoch oben im Süden, in den Zwillingen. Es ist der gelblich strahlende Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems.

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