Der Planetenriese Jupiter ist der Star am Nachthimmel
Der Sternenhimmel im Januar/Der Mond wandert über das Siebengestirn/Der Orion steht als schönstes Wintersternbild im Süden
Wenn das Neue Jahr beginnt, liegt die Wintersonnenwende erst wenige Tage zurück, und so hält sich unser Tagesgestirn noch in den niedrigsten Teilen des Tierkreises, im Sternbild des Schützen, auf. Besonders morgens macht sich Anfang Januar noch nicht bemerkbar, dass die Sonne inzwischen ihren Anstieg im Tierkreis begonnen hat. Denn tatsächlich erfolgen die spätesten Sonnenaufgänge nicht zur Wintersonnenwende, sondern jetzt, in den ersten Tagen des neuen Jahres.
Das liegt daran, dass die Sonne, als eine Art Uhr betrachtet, nicht regelmäßig läuft und sich zu dieser Jahreszeit gegenüber unserer Alltagszeit zunehmend verspätet. Am 20. hat die Sonne dann das nächste Tierkreissternbild, den Steinbock, erreicht. Und das ist etwa die Zeit, in der sich dann doch bemerkbar macht, dass die Tage nun langsam wieder länger werden.
Der Mond beginnt das Neue Jahr in zunehmender Phase. Am 3. tritt im Sternbild der Zwillinge der Vollmond ein. In der Vollmondnacht vom 3. zum 4. Januar lohnt sich ein Blick zu unserem Trabanten besonders. Nicht nur, dass die Vollmondscheibe uns dabei wieder recht groß erscheinen wird – der Mond stand zwei Tage zuvor in Erdnähe – unter dem Mond leuchtet auch noch der helle Jupiter, und die in der Nähe stehenden Zwillingssterne Kastor und Pollux ergänzen dieses schöne Gestirnsquartett.
Nach dem Letzten Viertel, am 10. in der Jungfrau, ist der abnehmende Mond dann nur noch am Morgenhimmel zu sehen, wo er der Sonne zustrebt und seine Sichel immer schmaler wird, bis er die Sonne schließlich zu Neumond, am 18. im Schützen, erreicht. Nach Neumond wird man die haarfeine junge Mondsichel wohl erstmals am 20. wieder in der Abenddämmerung tief im Südwesten erspähen können. Am frühen Abend des 23. ergibt sich ein hübscher Anblick, wenn die Mondsichel über dem Ringplaneten Saturn steht. Saturn geht allerdings schon vor Mitternacht unter, im nächsten Monat geht seine Abendsichtbarkeit zu Ende.
Am 27., einen Tag nach dem Ersten Viertel, hat der Mond die Plejaden, das Siebengestirn, erreicht. Und an diesem Abend kommt es zu einem spannenden Ereignis, denn der Mond zieht über die Randzonen dieses Sternhaufens hinweg und bedeckt dabei einige Plejadensternchen. Schon gegen 19 Uhr ist der gut zur Hälfte beleuchtete Mond dicht neben den Plejaden zu sehen. Im Lauf der nächsten Stunden kann man verfolgen, wie sich unser Trabant mit seiner dunklen Hälfte von rechts her immer weiter den Plejaden nähert. Und um 22.19 Uhr ist es dann soweit: Der erste Plejadensterm, die Taygeta, verschwindet hinter dem Mond. Diese Sternbedeckung lässt sich vor allem im Fernglas gut verfolgen. Schließlich begegnet der schon fast volle Mond in der Nacht vom 30. zum 31. zum zweiten Mal in diesem Monat dem Jupiter.
Spätestens ab 19 Uhr ist es an Januarabenden am Himmel „astronomisch“ dunkel geworden, und frühestens ab 6 Uhr morgens beginnt wieder die Dämmerung, so dass Sternfreunden mindestens elf Stunden Zeit zur Verfügung stehen, um den gestirnten Himmel zu beobachten. In dieser Zeitspanne vollführt die Himmelskugel mit den Sternbildern fast eine halbe Umdrehung, so dass die Szenerie besonders nach Süden zu im Lauf einer langen Januarnacht ihren Charakter völlig verändert. Während den Abendhimmel jetzt vor allem die sogenannten Wintersternbilder schmücken, stehen morgens schon typische Frühlingssternbilder wie die Jungfrau und der Bootes am Himmel.
Unsere Karte gibt den Anblick des Sternenhimmels gegen 22 Uhr wieder. Zu dieser Zeit ist der Große Wagen am Nordosthimmel zu finden, wo er im Verlauf der Nacht höhersteigt. Im Westen steht das Pegasusquadrat schon kurz vor dem Untergang. Daran schließt sich nach oben die Sternenkette der Andromeda an. Im Süden kulminiert nun das schönste Wintersternbild, der Orion. Von der „Kulmination“ eines Gestirns sprechen Astronomen, wenn es seine höchste Stellung am Himmel erreicht hat. Das trifft nun für den Orion zu, so dass sich jetzt an Januarabenden der beste Blick auf den Orion bietet. Dieses Sternbild war wegen seiner hellen Sterne und einprägsamen Konturen schon den ältesten Kulturen bekannt. Die Sumerer sahen in dieser Figur ein Schaf, und die Germanen erkannten in ihm einen Pflug. Für uns Heutige am besten nachvollziehbar ist aber wohl die antike Deutung des Sternbilds als der große Jäger Orion aus der griechischen Mythologie. Daraus ergibt sich auch die Bezeichnung der drei mittleren Orionsterne als seine Gürtelsterne, darüber stehen mit der rötlichen Beteigeuze und Bellatrix die beiden Schultersterne, und Saiph und der weiß strahlende Rigel bilden die Fußsterne. Wer ein Fernglas besitzt, sollte damit auch einmal die Gegend unterhalb der Gürtelsterne betrachten. Dort ist nämlich der berühmte Orionnebel zu sehen, eine leuchtende Wolke aus Gas und Staub, in der sich auch heute noch neue Sterne bilden.
Links unterhalb vom Orion funkelt Sirius, der Hauptstern im Großen Hund. Er ist der hellste Fixstern des gesamten Sternenhimmels. Noch heller leuchtet allerdings der Planet Jupiter, der weiter oben in den Zwillingen zu sehen ist. Er ist der unbestrittene Star dieses Januarhimmels. Jupiter kommt am 10. in Opposition zur Sonne, steht ihr also am Himmel genau gegenüber und steht somit die ganze Nacht über am Himmel. Er ist der Riese unter den Sonnenplaneten, zwölfmal so groß wie unsere Erde und mehr als doppelt so schwer wie alle übrigen Planeten zusammen. Jupiter zählt zu den Gasplaneten, die keine feste Oberfläche besitzen und vor allem aus Wasserstoff und etwas Helium bestehen. Seine Wolkenstreifen sind schon in kleinen Fernrohren zu erkennen. Man kennt inzwischen fast hundert, meist kleinere Monde, die diesen Riesen umkreisen. Die vier großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto wurden schon im Jahre 1610 von Galilei entdeckt und lassen sich bereits im Fernglas erkennen. Der merkurgroße Ganymed ist sogar der größte Mond im gesamten Sonnensystem.
