Monatssternenhimmel

Ein spannender Monat für Kometenfreunde

Der Sternenhimmel im April/Kometen MAPS und PANSTARRS sind im Anflug/Die junge Mondsichel begegnet dem Siebengestirn

Die Sonne wandert im April zunächst durch das Sternbild der Fische und wechselt am 19. in den Widder. In diesen Regionen steigt der Tierkreis besonders stark an, und daher wird der Bogen, den unser Tagesgestirn über den Himmel zieht, immer höher und länger, während sich die Nächte entsprechend verkürzen. Zusätzlich verspätet sich die abendliche Dämmerung durch die Umstellung auf Sommerzeit noch um eine Stunde. Und so wird es zu Monatsanfang zwar noch gegen 22 Uhr am Himmel astronomisch dunkel, aber am Monatsende müssen Sternfreunde schon bis etwa 23.20 Uhr warten, ehe auch die schwächeren Sternchen sichtbar geworden sind.

Der Mond beginnt den April in zunehmender Phase, am 2. tritt der Vollmond ein. In dieser Nacht steht die Vollmondscheibe dicht neben Spica, dem Hauptstern in der Jungfrau, die allerdings im hellen Mondlicht nicht recht zur Geltung kommt. Dies ist der erste Vollmond seit Frühlingsanfang, und drei Tage später, am 5. April, ist Ostersonntag. Die meisten Menschen werden zwischen diesen beiden Ereignissen wahrscheinlich kaum einen Zusammenhang vermuten. Aber tatsächlich hängt der Ostertermin vom Mond ab.

Nach einer Entscheidung des Konzils von Nicäa im Jahr 325 soll Ostern nämlich auf denjenigen Sonntag fallen, der dem ersten Vollmond im Frühling folgt. Daher fällt Ostersonntag in diesem Jahr auf den 5.April, denn der erste Frühlingsvollmond ist ja am Donnerstag, dem 2. April. Im Jahr 1800 hat der berühmte Mathematiker Carl Friedrich Gauß einen Satz von Formeln veröffentlicht, mit deren Hilfe sich der Ostertermin für beliebige Jahre berechnen läßt. Wer mit diesen Formeln das Osterdatum einmal selbst berechnen möchte, findet sie beispielsweise im Wikipediaartikel „Gaußsche Osterformel“.

Bald nach dem Vollmond lässt sich der inzwischen abnehmende Mond nur noch am Morgenhimmel sehen und erreicht am 10. im Sternbild des Schützen das Letzte Viertel.

Am 17. wandert unser Trabant als Neumond gemeinsam mit der Sonne über den Taghimmel. Aber bereits am Abend des 18. zeigt sich die haarfeine Sichel des jungen Mondes wieder für kurze Zeit tief im Westen, rechts unterhalb vom hell leuchtenden Abendstern Venus. Ein besonders hübscher Himmelsanblick ergibt sich am folgenden Abend, dem 19.. Dann steht die Mondsichel über der strahlenden Venus und dicht beim Sternhaufen der Plejaden, dem Siebengestirn –  am besten zu sehen gegen 21.45 Uhr. Es ist vielleicht eine solche Begegnung von Mondsichel und Plejaden, die auf der berühmten 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra dargestellt ist, die man im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle an der Saale besichtigen kann.

Am Abend des 22. lohnt sich wieder ein Blick zum Westhimmel, dann steht der zunehmende Mond dicht neben dem hell leuchtenden Jupiter, und darüber sind noch die beiden Zwillingssterne Kastor und Pollux zu sehen. Zwei Abende später erreicht der Mond das Erste Viertel im Sternbild Krebs. Am Abend des 25. findet man den Mond neben Regulus, dem Hauptstern des Löwen. Und es ist im Lauf der Nachtstunden spannend zu verfolgen, wie sich der Mond aufgrund seiner Bahnbewegung immer weiter an Regulus heranschiebt, ohne ihn allerdings (anders als im Vormonat) wirklich zu bedecken.

Unsere Karte zeigt den Anblick des Aprilhimmels gegen 23 Uhr. Der Große Wagen ist dann besonders leicht zu finden: man muss nur senkrecht nach oben schauen! Die Wagendeichsel weist in der Verlängerung auf den hellen Stern Arktur im Bootes hin. Hoch im Süden steht der Löwe, gefolgt von der Jungfrau im Südosten. Am Westhimmel zeigen sich noch die letzten Wintersternbilder. Auffallendstes Gestirn dort ist der Planetenriese Jupiter im Sternbild der Zwillinge.

Mit Spannung erwartet und bereits in den Medien präsent sind zwei Kometen, die im April  den sonnennächsten Punkt ihrer langgestreckten Umlaufbahnen, das sogenannte Perihel, erreichen und dann möglicherweise helle Kometenerscheinungen liefern. Als erster durchläuft der Komet C/2026 A1 MAPS am 4. April sein Perihel. Er gehört zur sogenannten Kreutzgruppe von Kometen. Diese Schweifsterne laufen alle auf ähnlichen Bahnen, die im Perihel extrem dicht um die Sonne herum verlaufen. So fliegt der Komet MAPS in nur 160000 Kilometern Abstand über die Sonnenoberfläche, das ist schon tief innerhalb der Millionen Grad heißen Sonnenatmosphäre. Die Kreutzkometen sind  vermutlich Bruchstücke eines einzigen riesigen Ursprungskometen, der früher einmal bei seinem Periheldurchgang infolge der enormen Hitze und Gezeitenkräfte der Sonne in tausende kleinerer Kometen zerborsten ist. Viele dieser meist nur ein paar hundert Meter großen Kreutzkometen überleben die Sonnennähe nicht und verdampfen dabei vollständig. Einige größere Exemplare haben aber die Sonnennähe auch schon überstanden und dann äußerst imposante Kometenerscheinungen geliefert. Wie es dem Kometen MAPS ergehen wird, ist bei Abfassung dieses Berichtes (Mitte März) noch ungewiß. Auf ein imposantes Himmelsschauspiel darf man allerdings auf unseren nördlichen Breiten ohnehin nicht hoffen, denn die Kreutzkometen lassen sich aufgrund ihrer Bahnlage nie gut von der Nordhalbkugel der Erde aus beobachten. Eine gewisse Chance auf eine Sichtung besteht bei uns nach dem Perihel, etwa vom 6. bis 10. April in der Dämmerung gegen 21 Uhr. Dann ist der Kometenkopf zwar soeben untergegangen, aber eventuell ragt sein Schweif noch tief im Westen, unterhab der hell strahlenden Venus, über den Horizont.

Deutlich bessere Sichtchancen bestehen für den zweiten Kometen C/2025 R3 PANSTARRS, der sein Perihel am 19. April durchäuft. Er stammt ursprünglich aus der weit entfernten Oortschen Kometenwolke und wird nach dem Periheldurchgang das Sonnensystem wohl ganz verlassen. Wie bei allen neu entdeckten Kometen, sind auch für PANSTARRS die Helligkeitsprognosen schwierig. Der bekannte Kometenentdecker und Astronomieautor David Levy verglich Kometen deshalb einmal mit Katzen: Sie haben lange Schwänze und tun, was sie wollen. Nach den bisherigen Prognosen könnte es sich aber lohnen, in den Tagen vom 10. bis 20. April in der Morgendämmerung gegen 5 Uhr tief im Nordosten nach dem (hellen?) Kometen Ausschau zu halten. 

Der Sternenhimmel über Hannover am 15.04.26 um 0.00 Uhr MESZ
Der Sternenhimmel über Hannover am 15.04.26 um 0.00 Uhr MESZ

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